Der Ort Haste ist einer der Jüngsten im Schaumburger Land und von einer Siedlung mit Waldarbeitern und kleinbäuerlicher Bevölkerung zu einem beliebten Wohnort mit allen Einrichtungen der täglichen Versorgung angewachsen.

Im ev. luth. Kirchenbuch von Hohnhorst ist für den 3. März 1612 eine Beerdigung eingetragen die als Wohnort der Verstorbenen „auf der Hast“ nennt. Es ist die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Siedlung.
In einer Beschreibung des Amtes Rodenberg aus dem Jahr 1690 wird von 15 Hausbesitzern, „Haußleuten so Land uf der Hast“ haben, berichtet. Eine Aufzeichnung von Amtmann Dolle aus Rodenberg verzeichnet im Jahr 1732 bereits 24 Hausbesitzer in Haste. In einer Karte von 1775 sind 37 bebaute Grundstücke eingetragen.

An Bedeutung gewinnt der Ort durch den Bau und Betrieb der Eisenbahnlinien. Seit 1847 hat Haste die Station an der Ost-West Magistrale der Bahn, sowie wenig später auch die der Regionalen Strecken. Die Bahn wird danach größter Arbeitgeber in Haste. Trotz zunehmender Automatisierung und Rückbau einiger Angebote im Güterverkehr hat der Bahnhof für Regional- und S-Bahnen immer noch eine herausragende Funktion im Personenverkehr.

Die Kinder aus Haste gehen zunächst nach Hohnhorst zur Schule, bis 1886 an der Hauptstraße das erste Schulgebäude im Ort errichtet wird. Verschiedene Schulmodelle im Laufe der Jahrzehnte haben das anwachsen der Haster Bevölkerung berücksichtigt. Im Jahre 1957 ist die Schule in Waldfrieden gebaut worden. Sie ist entsprechend den Bedürfnissen erweitert und ausgebaut. Heute ist sie eine verlässliche Grundschule der Klassen 1-4 für die Kinder der Gemeinden Hohnhorst, Suthfeld und Haste.

Vom Ausbau des Wasserstraßennetzes in Deutschland ist Haste ebenfalls betroffen. 1912 wird der „Ems–Weser–Elbe-Kanal“ (später in Mittellandkanal umbenannt) im Bauabschnitt Haste geflutet. 

Nach dem Ersten Weltkrieg besteht Bedarf an Bauland für weitere Siedlungen. Die Forstverwaltung ermöglicht die Baugebiete „Wilhelmsdorf“, „Waldfrieden“ und „Haste Nord“ - das heute eher unter dem Namen „Ypern“ bekannt ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht durch den Zuzug der Vertriebenen und Flüchtlinge erneut erhöhter Bedarf an Wohnraum. Die Forstverwaltung, Landwirte und Kleinbauern machen die Ausweisung weiterer Flächen für die Bebauung möglich.

Bis 1962 sind 127 fortlaufende Nummern für die Häuser in Haste vergeben. Mit der Aufstellung der ersten Bebauungspläne werden die Straßen mit Namen benannt und die heutigen Hausnummern vergeben.

Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 wird Haste Mitglied der Samtgemeinde Nenndorf. Viele kommunale Aufgaben werden von der Samtgemeinde übernommen, die Planungshoheit für die Gemeindestraßen und Bebauungspläne bleibt jedoch bei der Gemeinde Haste. Bisher ist es der Gemeinde gelungen mit der Ausweisung neuer Flächen und Erstellung neuer Bebauungspläne den Bedarf an Grundstücken für eine Wohnbebauung zu decken. Neue Gewerbeflächen sind vorwiegend auf den vom Bahn-Güterverkehr zurückgebauten Flächen entstanden.

Quelle: Heinrich Munk "Haste - Geschichte eines Dorfes in Nordschaumburg"

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